Viele Schutzsuchende aus der Ukraine sind in Rheinland-Pfalz angekommen und müssen ihrem Leben neue Strukturen geben. Nachdem inzwischen die vordringlichen Versorgungsfragen geklärt sind, besteht meist der Wunsch, zügig eine Beschäftigung aufzunehmen. Langjährige Berufserfahrung und Qualifikationsnachweise sind oft vorhanden. Zwei „Beschäftigungspilotinnen“ unterstützen die Menschen in Koblenz auf dem Weg zur Arbeitsaufnahme.
Dr. Milada Holman und Iryna Zimmermann haben die Tätigkeit bei der Stadtverwaltung Koblenz im Juli aufgenommen und schon mit vielen Zugezogenen Gespräche geführt. Sie verfügen über ukrainische oder russische Sprachkompetenz und Erfahrung in der Flüchtlingsarbeit. Dies erleichtert die Beratungstätigkeit und schafft schnell eine vertrauensvolle Atmosphäre. In den Gesprächen werden Kompetenzen erfragt und schriftlich erfasst. Mit dem Jobcenter und der Agentur für Arbeit, als den zuständigen Behörden für die Arbeitsmarktintegration, besteht eine enge Zusammenarbeit.
Einer unmittelbaren Arbeitsaufnahme stehen jedoch meist noch Hindernisse entgegen, die es zu beheben gilt. Das Erlernen der deutschen Sprache ist für die Mehrheit der Zugezogenen die erste Herausforderung. Auch andere, ganz unterschiedliche Sachverhalte, können die Möglichkeiten zur Arbeitsaufnahme beeinträchtigen und erfordern individuelle Lösungen. Die Beschäftigungspilotinnen sind hier „Kümmerer“ und Lotsen zu den passenden Koblenzer Hilfestrukturen.
Kenntnisse über die örtlich vorhandenen Unterstützungsstrukturen fehlen den neuen Koblenzerinnen und Koblenzern. Auch die Rahmenbedingungen des deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarktes sind üblicherweise nicht bekannt und werden daher erläutert. Eine Aufklärung über Arbeitnehmerrechte ist nötig.
Um die Beratungs- und Vermittlungsaufgaben gut wahrnehmen zu können, bedarf es einer intensiven Netzwerkarbeit der beiden Beschäftigungspilotinnen mit den örtlichen Institutionen der Flüchtlingshilfe. Mit vielen Stellen hat bereits ein guter Austausch und eine Verabredung zur Zusammenarbeit stattgefunden.
Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist das wichtigste Instrument der Europäischen Union zur Förderung der Beschäftigung in Europa (https://www.esf.rlp.de/).
Für die Integrationsarbeit in Koblenz ist das Projekt eine hilfreiche und willkommene Verstärkung der Unterstützungsstrukturen. Die Beschäftigungspilotinnen sind per E-Mail erreichbar: Beschaeftigungspilot@stadt.koblenz.de